Empire: Total War (PC: Strategie)
Entwickler: Creative Assembly
Publisher: Sega
Release: 09. Februar 2009
Sie ließen uns in Japan mit den Shogunen kämpfen. Sie gaben uns Roms Legionäre an die vernichtende Hand. Und sie führten uns kürzlich in den totalen Krieg des Mittelalters. Jetzt wollen euch die Militärexperten von Creative Assembly in das Zeitalter Napoleons entführen. Freut euch auf Pulverdampf und Kanonendonner!
Die volle Breitseite
Welche Spiele haben bisher den Krieg zur See simuliert? Nein, ich meine keine U-Boote und auch keine Zerstörer, sondern die stolzen Dreimaster Englands, Hollands und Spaniens, die sich mit mehreren feuernden Kanonendecks zu Kleinholz verarbeiteten? Richtig: Es gibt keine. Jedenfalls keine, die es in dreidimensionaler Pracht und als militärische Variante eines Echtzeitstrategie-Kriegs versucht haben. Der 3D-Seekrieg feiert in der Total War-Serie seine Premiere. Ihr werdet sowohl einzelne Schiffe als auch ganze Flotten kommandieren können. Nach dem Beschuss aus der Distanz folgen das Heransegeln an den Feind inkl. Enterhakeneinsatz und Nahkampf an Deck. Bis zu 20 Schiffe mit je 100 Mann an Bord dürften für Chaos und Explosionsgewitter auf dem Meer sorgen; auch Piraten sind dabei.
Runde & Echtzeit - das starke Duo
Ansonsten bleibt es beim altbewährten Konzept, das in der Bedienung sowie Spieltiefe verfeinert werden soll: Ihr gestaltet die Entwicklung eurer Nation über die rundenbasierte Weltkarte, auf der ihr in Brettspielmanier eure wirtschaftlichen, militärischen, technischen und diplomatischen Züge macht. Sobald irgendwo zwei Armeen aufeinander treffen, wechselt die Perspektive von der vergilbten Karte in die prächtige Landschaft, wo das Schlachtfeld auf euch wartet. Hier platziert ihr eure Armeen und könnt jedem Truppentyp Befehle geben. Da jetzt nicht nur Kanonen, sondern auch Musketen und ganz neue Formationen zum Einsatz kommen, ändern sich die taktischen Herausforderungen im Feld.
Die Reiterei verliert gegenüber der Infantrie z.B. an Gewicht. Zwar darf man nur noch die sternförmigen Festungen belagern und nicht mehr wie im Mittelalter erst Mauern schleifen und dann in Städte stürmen, aber dafür kommt dem Gelände mehr Bedeutung zu: Ihr könnt eure Truppen verschanzen, Erdwälle ausheben, Mauern und Gebäude als Deckung nutzen sowie alles auf dem Schlachtfeld in Schutt und Asche schießen.
Fakten
- spielt im 18. Jahrhundert
- historische Themen:
Industrielle & Französische Revolution, Amerikanischer
Unabhängigkeitskrieg, Asienhandel
- geografische Reichweite:
Europa, Amerika, Karibik, Afrika, Indien
- Echtzeit-Strategie im Kampf
(Schere-Stein-Papier-Prinzip)
- großer Einsatz von Schusswaffen
- Indien als starke Macht, Seeblockaden
- Generäle rufen automatisch Truppen zu sich
- Runden-Strategie auf der Weltkarte
- erstmals mit 3D-Seeschlachten
- berühmte Personen wie Napoleon in den eigenen Reihen
- verfeinert: Benutzeroberfläche, Berater
- verfeinert: Handel, Spionage, Diplomatie
- komplett überarbeitete Grafik-Engine
- Multiplayermodus
weitere Bilder hier
Quelle: 4players
GC-Eindruck: Imposant & interessant
Das Team von Creative Assembly hat uns auf der Games Convention einen Einblick in die See- & Landschlachten von Empire: Total War gegeben. Zwar konnten wir noch keinen Blick auf die strategische Karte werfen, aber die Echtzeitgefechte auf hoher See und im Leipziger Umland des Jahres 1800 hatten es in sich.
Die Entwickler zeigten uns ein Gefecht, in dem sich ein Dutzend Kriegsschiffe bei sanftem Wellengang mit Breitseiten eindeckten, bis Masten brachen und Segel stürzten. Man konnte den Einschlag der Kanonenkugeln fast spüren, Pulverdampf und splitterndes Holz sorgten für ein packendes Schlachterlebnis. Das wird dann meist mit dem Entern des gegnerischen Schiffes beendet, wenn leicht bewaffnete Matrosen das gegnersiche Deck stürmen.
Angeblich berechnen die Entwickler nicht nur jede Kanonen-, sondern auch jede Musketenkugel einzeln in Echtzeit. Sprich: Man kann den Flugweg des Geschosses nicht nur nachvollziehen, er unterscheidet sich auch je nach Position und Situation des Schützen sowie Beschaffenheit des Bodens. Wir konnten beobachten, wie leichte Kanonenkugeln an soliden Wänden abprallten oder gar über trockenen Boden sprangen. Was zunächst wie ein Bug aussah, entspricht laut Entwickler den tatsächlichen ballistischen Begebenheiten. Würde der Boden matschig sein, würde die Kugel sofort stecken bleiben.
Noch beeindruckender als die Seeschlachten war die gespielte Landschlacht zwischen Preußen und Briten im Leipziger Umland. Zwischen grell gelb wogenden Weizenfeldern und düsteren Baumreihen konnte man den Aufmarsch der Preußen beobachten - schon hier zeigte sich eine ähnliche Liebe zum Uniformdetail und individuellen Zügen wie beim Vorgänger Medieval 2: Total War .
Creative Assembly hat sich in Sachen Kriegführung den Besonderheiten der Landschaft und des Zeitalters angepasst. Eure Truppen werden sich klug in Deckung begeben, um aus der sicheren Distanz zu schießen, sie werden im Nahkampf das Bajonett aufpflanzen
und einen herben Moralverlust erleiden, wenn der Fahnenträger fällt. Hinzu kommen transportable Verteidungsanlagen wie etwas spitze Pfahlreihen, die die Kavallerie aufhalten sollen und vor den Schützen aufgestellt werden. Außerdem kann man verlassene Gebäude nicht nur besetzen, um sie mit Scharfschützen als Defensivbollwerk zu nutzen, man kann sie auch stürmen lassen, bis es zum Handgemenge kommt oder mit Kanonen ganz dem Erdboden gleich machen.
Das Handgemenge bzw. der Nahkampf wird ebenso individuell dargestellt wie in Medieval 2: Total War. Vor allem in den engen Gassen der Städte kommt es zu vielen kleinen Kämpfen, in denen ausgewichen, mit Musketen zugeschlagen oder zugestochen wird, in den Reiteroffiziere ihre Säbel von oben nach unten regnen lassen und Pferde unter dem Bajonett fallen.
Eine andere Rolle als im Vorgänger spielt der General: Er ist nicht mehr Teil einer schlagkräftigen Elitetruppe, die auch mal ganz vorne mitkämpfen kann, sondern der passive Beobachter aus der Distanz. Gelingt es dem Feind, ihn zu töten, sinkt die Moral ins Bodenlose.
Wir sind jetzt schon sehr angetan von dem, was Creative Assembly auf die Beine stellen will. Hier ist die vielleicht beste Kriegssimulation des Napoleonischen Zeitalters im Anmarsch, das viel zu selten thematisiert wurde - das letzte Mal wagte sich Imperial Glory an diese Epoche. Da es erst gegen November eine Vorschau auf Grundlage unserer Spielerfahrung geben wird, die auch deutlicher auf die neuen strategischen Komponenten im Bereich Diplomatie und Staatsverwaltung eingehen wird, empfehlen wir für weitere Informationen die First Facts ((siehe oben).
Quelle: 4players


LinkBack URL
About LinkBacks







Zitieren

Danke für den Tipp Campi


Lesezeichen