Es gibt sie in jedem Online Shooter. Sie sind bei meisten Spielern verhasst, aber los wird man sie nie. Doch was sie machen, macht eigentlich jeder ab und zu: die Rede ist natürlich vom Campen. Wie in jedem anderen Spiel, gibt es die nervigen Zeltbauer auch im Multiplayer von Call of Duty. Doch In Kombination mit den dort vorhandenen Killstreaks (oder Neudeutsch Pointstreaks) können sie den Mitspielern ziemlich den Spielspaß zerstören. Dank der hohen und aufeinanderbauenden Tötungsserien können Camper ganz einfach in der Ecke warten, die Killstreaks ihre Arbeit machen lassen und stauben am Ende noch die besten Statistiken auf dem Server ab.

Ein Problem, welches seit der Einführung der Abschussbelohnungen in Call of Duty 4 vorherrscht. Natürlich versucht man gegen solche Spielverderber vorzugehen, doch die Grenzen vom normalen Spielen zum echten Hardcore-Campen sind fließend. Wann erfüllt man damit seine Pflicht indem man Flagge oder Bombspot verteidigt, wann ist es nur ein kurzes Abwarten bis der gegnerische Helikopter wieder weg ist und ab wann ist es echtes, faules Rumhocken? Natürlich sieht das jeder Spieler anders, entsprechend gibt es keine Patentlösung. Noch dazu neigen Spieler dazu, jeden der ihn tötet als Camper zu bezeichnen. Ein endloses Flame-Meer im Spiel und im Internet ist davon die Folge, welches auch die Entwickler überschwemmt.

Seit dem allerersten Teil von Call of Duty gibt es zahlreiche Anticamper-Modifikationen aus der Community, die auf recht kreative Weise die Camper bestrafen. Sitzt dieser eine Weile untätig herum, fällt wahlweise eine Kuh oder Klavier vom Himmel, furzt der Zeltplatzbesetzer gelbe Wolken oder fällt in den Tiefschlaf. Radikale Spieler fordern, dass dies auch im "normalen" ranked Spiel integriert wird, das System ein campendes Verhalten erkennt und bestraft, indem es den Spielern Lebensenergie abzieht bis zum Tod. Doch solche Lösungen stoßen nicht nur bei einem Teil der Spielerschaft, sondern auch bei den Entwicklern auf Widerstand. Diese empfehlen, die enthaltenen Mittel im Spiel wie den Herzschlagsensor in MW2 und MW3 einzusetzen, der Feinde hinter der nächsten Ecke frühzeitig anzeigt. Dumm nur, dass auch der Camper dieses Feature an die Waffe schrauben und damit auch den anderen Spieler gleichfalls kommen sieht.

Was also tun, um wirklich sinnvoll gegen das Hocken in der Ecke vorzugehen? In Call of Duty: Black Ops hat man eine Lösung im Entschärfen der Killstreaks versucht. Diese bauen nicht mehr aufeinander auf, so dass man zB mit einer Serie aus gerade mal 5 Abschüssen keine Hunde bekommen kann. Doch auch das konnte die taktischen Warter nicht restlos aus ihren Ecken treiben. In Modern Warfare 3 haben die Entwickler die Maps wesentlich verwinkelter gestaltet: es gibt kaum noch Positionen an die man nicht von mindestens zwei Seiten herankommt, kaum ein Haus das man nicht von 2 Etagen betreten kann. Ob diese Taktik Erfolg hat, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass diese neuen Karten auch bei den nicht campenden Spielern nicht sonderlich beliebt sind.

Auch beim nächsten Call of Duty Teil - der sich wohl wieder bei Treyarch in der Entwicklung befindet - sucht man erneut nach Mittel und Wegen, Campern das Leben schwer zu machen. Zumindest ist Treyarch's Design Director David 'Vahn' Vonderhaar sicher, dass es einen Weg auch ohne radikale Mittel geben kann. Auf Twitter fragte er kürzlich die Community nach ihren Vorlieben und antwortete auf das Camper-Geschrei:


Zitat von »David Vonderhaar«


Ich glaube fest daran dass wir euch eine Möglichkeit gegen einen campenden Spielstil an die Hand geben können, die nichts mit einer Modifikation von Lebensenergie oder Schaden zu tun hat.
Bleibt also nur das gespannte Warten, was man in neusten Ableger vorhat, um dem taktischen Warten Einhalt zu gebieten. Was wäre eure Lösung gegen das Campen oder bleibt ihr selber gerne mal in einer Ecke und wartet dort?

CallofDutySeries.de
Quelle