Der letzte Patch ist noch nicht einmal einen Tag alt und die von Robert Bowling angekündigte Bannwelle gerade über uns hinweggefegt. Doch war dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und viele Stimmen werden lauter, welche endlich wirksame Maßnahmen gegen die Buguser einfordern. Modern Warfare 3 wird keine zwei Wochen nach Release aufgrund diverser Programmierfehler bereits unspielbar, denn viele Glitcher nutzen die vom Entwickler verursachten Lücken zu ihrem Vorteil aus – sehr zum Missfallen der Mitspieler und von Robert Bowling.

Besonders übel ist zur Zeit der sogenannte „Stealth-Bomber Glitch“ welcher es dem Nutzer ermöglicht, unbegrenzt Stealth-Bomber nacheinander anzufordern, ohne auch nur einen Punkt oder Kill dafür machen zu müssen - das zerstört das Spielerlebnis für sämtliche Mitspieler. Dazu kommen zahllose Lücken auf der Map Outpost, über die Spieler unter die Map gelangen und die Mitspieler bequem abballern können. Einige wurden zwar mit dem letzten Patch bereits geschlossen, aber offenbar noch nicht alle „Wege nach draußen“ gefunden.

Leider sind diese Bugs nichts Neues, so konnte man bei Modern Warfare 2 nicht nur unendlich viele Vorratskisten holen, sondern auch mit der Granate in der Hand unglaublich schnell laufen (die Geburt der sogenannten „Kniferunner“). Manche Bugs in MW2 wurden bis heute nicht gefixt, trotz vieler lauter Stimmen aus der Community. Doch statt an der eigenen Qualitätskontrolle zu arbeiten, droht Infinity Ward lieber erneut mit dem Bannhammer. So forderte Robert Bowling die Spieler via Twitter dazu auf, alle Buguser über die Ingame-Funktion von MW3 zu „reporten“ und versicherte, dass der Missbrauch dieser Glitches zu einem Bann führen wird:



Alles was Spieler dafür tun müssen ist, innerhalb der Lobby auf den Namen des bösen Mitspielers zu klicken und diesen über seine Playercard zu melden. Diese Meldungen landen unmittelbar beim Security-Team von Infinity Ward, welches nach erfolgreicher Verifizierung die Buguser vom Spielen ausschließt. Dabei kann sowohl ein Permabann als auch ein zeitlich begrenzter Bann ausgesprochen werden, je nach Schwere des Vergehens:



Doch wer nun Angst hat reported zu werden, obwohl er weder Bugs ausgenutzt, noch geboosted oder gar gecheated hat, soll sich laut Bowling keine Sorgen machen. Man würde diese Reports anhand der Ingame-Stats, den Ingame-Videoaufnahmen und „anderen Daten“ überprüfen und erst dann zur Tat schreiten, wenn zweifelsfrei die Schuld des Spielers feststeht.

Auch das Abschalten des Theater-Modus schützt die Buguser nicht, denn die Spielerstats werden laut Bowling ja trotzdem aufgezeichnet und als Indiz für das Erspielen von Punkten mit unerlaubten Mitteln verwendet. Wie man anhand der reinen Stats einen boostenden Spieler unter einer Map ausfindig machen kann, davon sprach er jedoch nicht.

In die Röhre schauen dabei (erneut) die PC'ler, denn eine funktionierende Meldefunktion wurde in der normalen Lobby noch nicht gesichtet, einzig in einer gemeinsamen Party ist es zeitweise möglich, seine Mitspieler zu melden. Doch wer schwärzt schon seine Freunde an, mit denen man in der Regel eine Party vor dem Loszocken bildet? Eine Antwort darauf, ob und wie denn PC'ler bitteschön die Buguser melden sollen, bleibt Bowling bislang schuldig.

Auch die angekündigten 1.600 Banns (wir berichteten) beziehen sich rein auf die Konsole; auch wenn Bowling später twitterte:
Zitat von »Robert Bowling«


Wir haben eine massive Anzahl an PC-spezifischen Banns nach dieser Meldung durchgezogen. Wir werden weiter bannen während wir an weiteren Patches arbeiten.
Na ist ja schön zu lesen, dass sie etwas tun wollen. Dringend notwendig ist es allemal, denn zur Zeit ist kaum noch ein Spiel frei von dem unsäglichen Stealth-Bomber Missbrauch. Die Buguser schert es einen feuchten Dreck, ob sie hierfür gebannt werden oder nicht – denn was nutzt auch das schönste Säbelrasseln eines zahnlosen Entwicklers, wenn es ohne echte Konsequenzen bleibt?


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