Die holländische Seite tweakers.net hatte die Ehre, Herrn Creative Strategist Robert Bowling himself im Interview zu befragen. Heraus kamen die üblichen bereits bekannten Informationen zur Story, der Technik und dem Multiplayer und das ein oder andere vielleicht noch nicht ganz erschöpfend behandelte Thema. Doch es bleibt wie immer: ins Detail mag man noch nicht gehen.

Bowling beantwortet neben den üblichen PR-Evergreens wie Elite auch einige spezifische Fragen der tweakers.net-Community. So spricht er auch über das Spawnsystem und teamorientierters Spielen, den Umgang mit Spekulationen und PC-Piraterie und beendet das Ganze mit einer kurzen Q&A-Session:



Für alle Informationshungrigen haben wir einige seiner Antworten übersetzt und das Ganze etwas zusammengefasst.

Bowling plaudert zunächst ein wenig über die Technik und was für einen Einfluss das Aufbohren der Engine auf die Story hat. Bei MW3 sei es die große, dichte, urbane Umwelt in der diese stattfinden wird. Das benötige mehr Größe und Entfaltungsmöglichkeiten und somit mehr Bindung zu den Leveln in denen man sich bewegt. Hierzu hatte er vieles in einem vergangenen Interview erzählt (wir berichteten), weshalb wir an dieser Stelle darauf nicht weiter eingehen.

Ein erster Punkt auf der Frageliste der Niederländer sind die vielen kritischen Stimmen die sich beschweren, dass MW3 fast identisch zu seinem Vorgänger aussehe und nicht an die grafische Qualität heranreicht, die andere vergleichbare Shooter versprächen. Bowling versteht mit einem breiten Grinsen worauf das anspielt und meint hierzu:

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Es ist sehr wichtig sich unsere Design Philosophie anzuschauen. Am Ende des Tages kommt es darauf an, worauf wir aufbauen und was wir einbauen können um die Gameplay-Erfahrung zu verbessern. Das Hauptgameplay ist das worauf wir uns bei allen Änderungen und Verbesserungen fokussieren um sicherzustellen, dass die Spieler die Erfahrung bekommen die sie erwarten.

Sobald die Richtung für das Gameplay feststeht geht es um die Entwicklung und wie wir diese verbessern können, durch das Upgraden der Technik und Grafik, Sound und Lichteffekte um dem Ganzen ein größeres situationsbezogenes Bewusstsein zu geben. Das verstärkt den Look des Spiels, was gleichzeitig einen starken Einfluss auf das Gameplay hat. Man kann beispielsweise Ziele besser einnehmen, kommt einfach leichter in das Spiel hinein.
Auch Elite scheint weiterhin für Misstrauen unter den Spielern zu sorgen. Viele haben große Befürchtungen, der Verzicht auf eine Nutzung von Elite könnte Nachteile beim Spielen mit sich bringen. Bowling:

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Es wird das Gameplay weder behindern noch Einfluss darauf haben. Elite ist ein zusätzlicher Service außerhalb des Spiels das dem Spieler erlaubt, mehr aus dem Spiel herauszuholen; und das kostenlos. Ein detaillierter Stats-Tracker, Gruppen bilden, mit Freunden in Kontakt bleiben und deren Profile verfolgen, Klassen editieren egal wann und von wo. Doch es gibt keinerlei Vorteile die man sich für das Spiel selbst erkaufen kann. Jeder erhält genau das gleiche Multiplayer-Erlebnis, egal ob er Elite nutzt oder nicht.
Nächstes Stichwort: Gameplay. Spieler fokussieren sich laut tweakers.net bei objektbasierten Spieltypen mehr auf ihre K/D-Ratio denn auf das Einnehmen von Objekten. Statt Punkte für das Team zu gewinnen beschränkt man sich lieber darauf, hinten zu hocken und seine Kills zu machen. Wird MW3 sich diesem Problem annehmen? Bowling antwortet:

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Wenn man den Multiplayer entwirft muss man an jeden Teil der Zielgruppe denken. Gerade in objektbasierten Gamemodis ist es uns wichtig, dass der Objekte einnehmende Spieler hierfür auch belohnt wird. Natürlich muss man auch diejenigen die rausgehen und ihre Kills machen zu einem gewissen Grad leveln lassen, doch in erster Linie sollte man den Spielern Werkzeuge und Fähigkeiten an die Hand geben, mit denen sie zu besseren „Objective Players“ werden können und dafür auch einen Anreiz geben. Gerade in objektbasierten Spielmodi sollten diese mehr belohnt werden als Typen, die dort nur TDM spielen. Ja, dessen sind wir uns bewusst und schauen danach, wie man es am besten lösen kann.
Doch auf Details, WIE das gelöst werden soll will Bowling weiterhin nicht eingehen.

Ein weiteres Thema ist das Spawnsystem. In objektbasierten Gamemodis ist es oftmals einfacher, die Spawnpunkte des Gegners vorherzusehen. Mit ein Punkt warum K/D-Spieler diese Spielmodis recht gerne zocken und eine Runde zu einem wahren Spawn-Schlachtfest machen. Wäre es nicht gut die Spieler entscheiden zu lassen wo sie spawnen möchten, um diese Vorhersehbarkeit zu verhindern? Bowling scheint überrascht ob dieser Forderung und meint:

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Das ist ein sehr großes Design-Feature. Wie würde das den Ausgang eines Matches beeinflussen, das wir auf eine sehr spezielle Art ausbalanciert haben? Wir achten sehr darauf wie das Spawnsystem fortentwickelt, geändert und verbessert werden kann damit es zu dem jeweiligen Gametype passt. Der Vorschlag ist keine schlechte Idee, das Thema reicht aber schon in die Details hinein die ich noch nicht preisgeben darf.
Modern Warfare 3 ist ein Blockbuster. Deshalb gibt es einen Haufen Spekulationen rund um MW3 und jeden Tag erscheinen neue angebliche Fakten. Wie geht es Robert Bowling dabei, interessiert es ihn überhaupt?

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Ich schaue mir nahezu alle Spekulationen und Gerüchte an, zum größten Teil macht es einen riesen Spaß und ich liebe es, wenn alle Leute über unser Spiel spekulieren. Das bedeutet sie sind interessiert, sie sind passioniert, sie wollen mehr! Deshalb ist es großartig die Leute spekulieren zu sehen. Manchmal sagen wir sogar „Hey, das ist eine großartige Idee! Lasst uns das machen!“ Man wird dadurch sogar inspiriert, wie man das große Ganze weiter gestaltet. Für uns ist es simpel gesagt eine weitere Form des Feedback.
Beispiele?

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Besonders Multiplayer-Zeug, über das die Leute spekulieren aber an das wir nie gedacht hätten. Einige Tweaks etc, über die ich jedoch keine Details verraten darf.
Beginnend mit Call of Duty 4 wurden die Killstreaks nach und nach immer größer und zahlreicher. Darunter leidet besonders das Teamplay, welches bei zB Call of Duty 2 ganz ohne Killstreaks noch einen ganz anderen Stellenwert hatte. Spieler sind vielfach nur noch darauf fokussiert, ihre Killstreaks zu erlangen und Teamwork kommt erst gar nicht zustande. Wie wird MW3 hier ausgerichtet sein? Bowling hierzu:

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Gemäß unserer Design-Philosophie sind wir sehr bestrebt, auf der Basis von Call of Duty 4: Modern Warfare aufzubauen und zu einem rasanten Spiel Waffe gegen Waffe zurückzukehren. Es soll mehr um dich, deine Waffe und deine Ausrüstung gehen und wie du zu dem Spiel und deinem Team beitragen kannst, als lediglich auf den Support aus der Luft zu vertrauen. […] Dieses Vertrauen sollte sich auf die Killstreaks lediglich als reine „Beihilfe“ beziehen, also das wozu sie ursprünglich gedacht waren und nicht als Hauptwaffe um Kills zu erzielen. […] Diese Mentalität des Teamworks wollen wir wieder zurückholen.
Doch Spielern die Mentalität des Teamwork wieder einzupflanzen wird ein schwieriges Unterfangen. Leider gehört auch hier die Vorgehensweise zu den Details, die Bowling noch nicht verraten darf.

Als Call of Duty Spieler schlüpfte man bislang fast immer in die Rolle eines extrem spezialisierten und bedeutenden Elitesoldaten. Was hält Bowling davon, einmal einen „Normalo“ die Hauptrolle zu geben? Einen aus den anonymen Reihen der niederen Fußsoldaten? Bowling lacht hierzu und meint, gerade mit Modern Warfare 3 werde man sehr unterschiedliche Aspekte des Kriegs kennenlernen. Oftmals spielt man nur irgendeinen Typ innerhalb einer Gruppe der seinen Job mehr schlecht als recht macht, ist also nicht immer nur der Squadleader, knallharter Einzelkämpfer oder Chef der Kompanie. Auch wenn man dies im Verlauf der Story natürlich ebenfalls sein darf.

Die Piraterie auf dem PC ist ebenfalls ein Thema des Interviews. Einige Publisher gehen angesichts der Problematik mittlerweile zu der Strategie über, zunächst die Konsolen-Versionen zu veröffentlichen und erst sehr viel später die für Raubkopien sehr anfällige PC-Version. Doch was hält Bowling und somit ATVI hiervon? Man sieht es wohl eher gelassen. Auch wenn er nicht für die Zukunft sprechen könne, sei das Thema derzeit nicht aktuell, so Bowling. Sicher, Piraterie geschehe nunmal und ist ein Problem dass man angehen müsse. Doch ATVI denkt hier primär an seine Kunden:

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Wir wollen den legitimen Kunden und Fan unserer Spiele nicht bestrafen, sie weder behindern noch limitieren. Das ist das was uns interessiert. Besonders aus MW2 heraus haben wir eine Menge darüber gelernt, was sich unsere Zielgruppe von der PC-Version wünscht, was sie vom neuen Teil erwarten und versuchen soviel wie möglich von diesem Feedback einzubauen; uns weiter zu entwickeln.
Gegen Ende des Interviews beantwortet Bowling noch einige Fragen mit Ja, Nein oder auch Weiß nicht. Diese haben wir der Übersicht halber verpackt. Wer noch ein paar kurze Infohäppchen genießen will, sollte auf den Spoiler klicken:


Spoiler


Q: Werden wir Price wiedersehen?
A: Kann ich noch nicht sagen.

Q: Wird es Quickscoping geben?
A: Ja, Quickscopen wird in Modern Warfare 3 möglich sein.

Q: Wird es dedizierte Sniper-Lobbies geben?
A: Das hängt von den Spielern ab. Wir wollen den Spielern die Möglichkeit geben, ihre Erfahrung anzupassen. Also JA.

Q: Wird es „Afterlife-Perks“ geben wie Zweite Chance oder Martyrium?
A: Kann ich noch nicht sagen.

Q: Wird es kleinere Karten geben die für 1vs1 geeignet sind?
A: Ja
Call of Duty: Modern Warfare 3 - Verändertes Killstreak-System angekündigt

Q: Würdest du die Call of Duty Reihe gerne in den zweiten Weltkrieg zurückgehen sehen?
A: Weiß nicht *süffisantes Grinsen*.

Q: Lebt der Ghost-Spinoff noch?
A: Der hat nie existiert.

Q: Werden Stats aus früheren MW-Spielen in MW3 berücksichtigt und Spieler hierfür belohnt?
A: Kann ich nicht sagen.

Q: Wird es eine Möglichkeit geben Cheater, Glitcher, Bugs und bösartige Spieler zu melden?
A: Ja, Elite wird hierbei eine große Hilfe sein.

Q: Wird es Änderungen beim Nahangriff (das Messern) geben?
A: Ja.

Q: Wird man in MW3 Gliedmaßen abschießen können?
A: Nein.


Bowling spricht in dem 12-minütigen Interview über vieles, das dem aufmerksamen Leser bereits bekannt sein dürfte. Aber vielleicht bietet es den ein oder anderen Diskussionstoff, der uns die Zeit bis Release noch ein wenig vertreibt.

CallofDutySeries.de

Quelle
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