Wieder einmal mehr steht Call of Duty: Modern Warfare 2 im Zentrum der Kritik. Erinnern wir uns: Schon die (zugegeben überflüssige) Flughafen-Mission aus dem Singleplayer "No Russian" sorgte damals für mächtig Wirbel und für viel negative PR. Nun gibt der Shooter erneut anlaß zur Diskussion rund um die Killerspiel-Thematik: Der Attentäter von Oslo, Anders Behring Breivik, hat gezielt Modern Warfare 2 genutzt, um sich auf seine Tat vorzubereiten. Das ist keine übereilte Medieninterpretation, sondern eine Stellungnahme aus einem Manifest, das der Täter selber schrieb.


Anders Behring Breivik

Anders Behring Breivik soll vor seinem am 22.7.2011 Bombenanschlag in Oslo (7 Tote) und seinem nur wenige Stunden später durchgeführten Anschlag auf der Insel Utøya (85 Tote) ein 1500 Seiten umfassendes Manifest verfasst und im Internet veröffentlicht haben. Das Buch, das er unter dem Pseudonym Andrew Berwick veröffentlicht hat, trägt den Titel "2083. A European Declaration of Indepence". Er thematisiert einen zukünftigen Rassen- und Religionskrieg und die Frage, wie Europa sich von Zuwanderern befreien könne. Das Titelbild: Das rote Kreuz des Templerordens. Das Massaker darf deshalb auch nicht als klassischer Amoklauf interpretiert werden. Es war ein Terroranschlag. Breivik sah sich als heiliger Krieger, der auf einer "Mission" war. Er lies sich widerstandslos festnehmen, völlig atypisch für einen Amokläufer. Sein letzter Eintrag in dem besagten Manifest: "Ich glaube, dies ist der letzte Eintrag, den ich schreibe. Es ist jetzt Freitag, der 22. Juli, 12.51."

So weit, so verblendet und noch nicht genug! In dem besagten Manifest nimmt er auch Stellung zu einem seiner Lieblingsspiele, Call of Duty: Modern Warfare 2 - und wie sehr es ihm geholfen hat, seinen Anschlag vorzubereiten:
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Ich kaufte Modern Warfare 2. Es ist wahrscheinlich der beste militärische Simulator da draußen und es ist einer der heißesten Spiele in diesem Jahr. Ich sehe aber MW2 mehr als Teil meiner Trainings-Simulation als alles andere... Gerade der Multiplayerteil ist unglaublich. Du kannst mehr oder weniger eine komplette Operation simulieren.
...aus einem Abschnitt zum Thema "Treffsicherheitstraining":
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Spielen von Simulationen wie Call of Duty: Modern Warfare ist eine gute Alternative. Dennoch sollten sie versuchen, wenn möglich mit einem echten Sturmgewehr (mit Rot-Punkt-Optik), mehr Übung zu erlangen.
...und zum Thema "Schulungseinrichtungen":
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Traditionelle militärische Ausbildungseinrichtungen, die sich auf die körperliche Konditionierung und Ausbildung konzentrieren: Neuere Anlagen machen intensiven Gebrauch von Computer-Simulationen der verschiedensten Art, sie bieten mehr Ausbildung in realistischen Situationen und das Ganze zu niedrigeren Kosten und mit geringerem Risiko für das Personal. Übergangslösungen können z.B. mit einem lokalen Schützenverein, einer örtlichen Turnhalle, oder einem Internet-Café geschaffen werden, die das Spielen von Modern Warfare 2´s Multiplayer-Simulation erleichtern.

Aus dem Facebook Profil von Breivik: Neben WoW gehört auch MW2 zu seinen Lieblingsspielen.
Um zu einem Screenshot seines kompletten Profils zu gelangen, einfach auf das Bild klicken!

Neben Modern Warfare 2, Fallout 3, BioShock 2 und Dragon Age: Origins, gehörte auch World of Warcraft zu einem seiner Lieblingsspiele. Wie sehr er an Realitätsverlust litt, wird deutlich, als er die Führung eine Gilde mit der Geschäftsleitung einer echten Firma vergleicht:
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Ich kann ehrlich sagen, eine Hardcore-WoW Gilde ist gleichermaßen herausfordernd, wie ein Unternehmen mit 7 Mitarbeitern und mehr.
Alles in Allem natürlich ein gefundenes Fressen für die sich schon gut auf Egoshooter eingeschossenen Medien und Wasser auf den Mühlen der Kritiker. Das ist genau das, was sie hören wollten! Wir freuen uns jedenfalls schon jetzt auf kompetente Debatten mit unserem Lieblings-Kriminologen Christian Pfeiffer und ob das hier nun hierzulande vielleicht endgültig zu einem Verbot der verhassten Egoshooter führt, bleibt abzuwarten.

Bekannt ist, dass der Täter legal über echte Waffen verfügte, auch automatische. Er war Mitglied in einem Schützenverein und einer Freimaurerloge. Inwieweit Modern Warfare 2 dazu beigetragen hat seine Psychosen zu verstärken, darf spekuliert werden, mehr aber auch nicht. Jeder Schütze wird bestätigen, dass eine Vorbereitung mit einem Videospiel schlicht nicht möglich ist. Die Realität und das Spiel haben ausschließlich in der reinen Darstellung Berührungspunkte - und selbst dort nur wenige. Breivick war schlicht nicht mehr in der Lage dies zu erkennen. Sein pathologischer Wahn, sein wirrer Glaube an einen heiligen Krieg, dessen erster Held er sein wollte, haben ihn zu der Tat getrieben - kein Videospiel!

Wir sprechen an dieser Stelle im Namen der kompletten Community unser Beileid an alle Opfer und Angehörige dieser grausamen und menschenverachtenden Tat aus.


Euer CallofDutySeries.de Team

Das komplette Manifest "2083. A European Declaration of Indepence" könnt ihr HIER zum Nachlesen downloaden.

Quelle