Auf der GC2011 waren zwei unserer Redakteure (Khamul & VagantX) eingeladen, den großen Konkurrenten von Modern Warfare 3 einmal näher zu betrachten. Im eigens für die EA Fans eingerichteten Community-Bereich, hatten sie die Möglichkeit Battlefield 3 zu spielen. Hier ihrer Erfahrungsberichte:

Khamul vs. Battlefield 3

Da ich am Freitag auf der Gamescom 30 Minuten die Gelegenheit hatte in der EA VIP Lounge eine fortgeschrittene Alpha von Battlefield 3 anspielen zu dürfen, will ich nun meinen Bericht zu dem Gesehenen schreiben, doch davor möchte ich noch ein paar Sachen klarstellen. Zuerst danke ich CokeSau, der das ganze ermöglicht hat. Dazu wurde ich hierfür weder von EA bezahlt, noch werde ich über das Spiel final urteilen. Berichten kann ich nur über 30 Minuten 4 gegen 4 im Modus Team Deathmatch auf einer Karte ohne Vehikel auf dem PC. Außerdem muss ich gestehen, dass ich nie der größte Battlefield Fan war, auch weil ich eher der Fan von Infanteriegefechten bin als von Panzern, Jets und Helikoptern.


Schon nach ersten Trailer wurde klar, dass der neue Ableger der Battlefield Reihe um die Grafikkrone kämpfen würde. Doch Trailer zeigen immer viel und meistens auch geschönte Szenen, sodass eine Grafikbeurteilung immer warten sollte, bis man selber Hand anlegen darf. Doch als ich nun vor dem Bildschirm saß und mich nach dem ersten Spawn umschaute, konnte ich es nicht fassen. Noch nie sah ein Computerspiel nur annähert so realistisch aus. Sei es die unglaublich reale Beleuchtung, oder die scharfen Texturen. Nach Crysis 2 will das einiges heißen, doch der Cryengine 3 Shooter ist wohl eher in einem Comiclook gehalten gegen Frostbyte 2.0 und das, was Dice damit gemacht hat. Einen Screenshot der Karte ohne HUD könnte man meiner Meinung nach auch als Postkarte verkaufen, einen guten PC natürlich vorausgesetzt. Keine übertriebenen Effekte, aber wenn, dann mehr als beeindruckend. Da fliegt mal ein Flyer durch die Straßen oder ein bisschen Staub, wenn man gegen die Wand schießt. Die Werbetafeln auf den Straßen wechseln regelmäßig die Plakate und der passende Hintergrundsound spiegelt exakt die Atmosphäre eines leeren Straßenblocks wieder. Dazu hatte selten ein Spiel so gute Waffensounds, aber die Akustik war auch schon immer eine Stärke von Entwickler Dice. Natürlich reflektiert sich das Licht in den Gläsern der Fenster oder auch im Schutzglas vor den Plakaten, wenn nicht sogar auf hellem Boden. Der Schatten fällt detailgetreu auf den durch das Sonnenlicht glänzenden Boden oder gegen die nächste Hauswand. Eine solche Atmosphäre hat man ein einem Videospiel noch nicht gehabt. Das alles wird abgerundet von dem extrem glaubwürdigen Aufbau der gespielten Karte (Operation Metro, allerdings eine der oberirdische Teil der map). Schade nur, dass das nicht lange so bleibt, denn meine erste Klasse ist gleich bestückt mit einem Raketenwerfer. Und als ich gegen den ersten Stock eines gewöhnlichen Hauses schieße, zeigt sich, dass auch hier hart gearbeitet wurde. Während in Bad Company 2 einfach 1 Wand von den vorgegebenen Stücken entfernt wurde, entsteht bei Battlefield 3 eine dynamische Lücke in der Hauswand, dazu fallen passende Trümmer herunter auf die Straßen und natürlich auf meine Feinde.

Was die Waffen angeht, so kann man sagen, dass zumindest in der PC Version das Gefühl um einiges realer wird. Wer dauerfeuert, sieht seine Waffe schon nach ein paar Sekunden im Himmel, und das auch mit einer M4. Es ist schön zu sehen, wenn Spiele gegen den aktuellen Casualtrend gehen, und die Waffen wieder mit mehr Rückstoß versehen, statt in immer weiter zu reduzieren, bis er fast garnicht mehr da ist. Was das Felling betrifft, so bleibt es natürlich ein Battlefield, das heißt viele reale Animation zum Beispiel vom Charakter. Über einen Zaun springt man nicht einfach, es wird mit Beinen zuerst herüber geklettert. Wen ich laufe bewegt sich mein Sichtfeld ein bisschen und vieles anders.

Zugegeben, ich habe den Multiplayer Modus von Modern Warfare 3 noch nicht in Aktion gesehen, trotzdem kann sich ja jeder etwa denken, dass sich das Feeling nicht wirklich ändern wird. Nur mit neuen Waffen auf neuen Maps und anderen Jets in der Luft, aber das Spiel selber bleibt gleich. Battlefield 3 hingegen kommt dieses Jahr wieder mit echtem Gameplay ohne Perks und anderem Spielzeug daher. Über den Sieg im Einzelkampf entscheidet nicht Perks SoUndSo, sondern welche Waffe man benutzt, aus welcher Position man schießt und wie gut man ist. Und bevor die Diskussion aufkommt, dass Spiel spielte sich sehr flüssig und braucht keine 60 FPS um spielbar zu sein.

Bei diesem Bericht ist jedoch zu beachten, dass es sich erst um eine erweitere Alphaversion des Spieles handelt. Sie ist schon weiter als die an VIPs verteilte Alphaversion, aber halt immer noch vor dem Betastatus. Zum Beispiel stützte einmal beim Start der Server ab. Es kann sich auch noch vieles ändern. Bewerten kann man das Spiel daran auch nicht, denn ob alle Karten so gut umgesetzt sind, wie viele es überhaupt geben wird, und wie das neue System ohne Serverbrowser mit Battlelog klappen wird, wird sich erst im September zur öffentlichen Beta zeigen. Der erste Eindruck ist aber schon einmal sehr gut. Battlefield 3 ist auf einem guten Weg und halt klar das Zeug zum Hit. Sollte der Rest ebenfalls stimmig sein, sind einige "Spiel des Jahres" Titel sicher möglich. Auf den Messen E3 und Gamescom jedenfalls ist die Presse einer Meinung: fast alle Redaktionen weltweit kürten es zum Spiel der Messe 2011, während Modern Warfare 3 meistens leer ausging.

VagantX meets Battlefield.

Vorab: Mehr als alle visuellen und spielerischen Eindrücke hat mich etwas völlig anderes wirklich begeistert. Die Community Arbeit von Electronic Arts - Respektive die von Andreas Koch und dem gesamten EA Team - ist beispielhaft und einzigartig. Es gab einen eigenen Bereich nur für die Fans der Serie, die „EA Community Lounge“. Dort findet ein ständiges Meet & Greet zwischen Spielern, Support und Entwicklern statt. Jeder Spieler kann sich ausgiebig auch über alle Neuheiten von EA informieren und das nicht exklusiv für Presseleute oder „Schlipsträger“ (Zitat Andreas Koch), nein, der Bereich ist ausschließlich für Gamer gedacht.

In einem der Konferenzsäle stellt sich Daniel Matros, Global Battlefield Community Manager beim Battelfield Entwickler DICE, regelmäßig den Fragen der Spieler. Vorab erläutert er in einer ausführlichen Präsentation die Hintergründe der Spielentwicklung. Hervorragend auf das Publikum abgestimmt, denn es sind ausschließlich Spieler anwesend. Beispielsweise erklärt er die Arbeit der Qualitätssicherung, die von 50.000+ Bugs versucht die magische „Null“ zu erreichen. Er bringt die Anwesenden zum Lachen als er erwähnt, dass auf dem PC es viel einfacher wäre ein „SHIT GAME“ zu programmieren und zu veröffentlichen, als auf der Konsole. Er erwähnt, dass der letzte MP Trailer vom ersten Mock-up bis zur Fertigstellung nur 3 Wochen benötigte usw. usw. Insgesamt kommen im Laufe der GC so über 1500 Fans so zu einem direkten Kontakt mit den Entwicklern.

Zum Multiplayer: Auch ich hatte die Möglichkeit das PC-Spiel zu testen. Ich war nie ein großer Battlefield Fan. Ich habe zwar alle Teile angespielt, aber mir gefiel es nie, nur ein kleines Rädchen in der gigantischen Kriegsmaschinerie zu sein. Entsprechend schreckte mich auch der aktuelle MP Trailer eher ab, trotz der pompösen Grafik. Positiv überrascht war ich dann, als ich die kleine BF3 Map selber spielte: keine Fahrzeuge, keine Flugzeuge, nur ich, meine Waffe und eine handvoll Gegner. Das war wirklich echtes, ehrliches Shooterfeeling. Die Grafik überzeugte. Die Beleuchtungseffekte sind wirklich hervorragend, mit Abstand das Beste im Shooterbereich. Die Außenareale wirken dadurch fast fotorealistisch, unheimlich lebendig. Die Innenszenen sind wunderbar düster und schummerig. Diese Engine lebt vom Licht! Schaut man sich hingegen die Texturen genauer an oder die Pflanzen, halten andere aktuelle Garfikengines dort meiner Meinung nach locker mit. Was mich störte, waren die lieblos ausgestatten Häuser und Gebäude. Das geht den meisten Spielern gewaltig am Po vorbei, gerade im MP, doch ich denke mir immer: Wer lebte dort? Was haben die dort gemacht? Auf dieser Karte wirkte die Häuser von Innen wie Kulissen in einen Film – was sie letztendlich auch sind. Aber das sind Kleinigkeiten, das Spiel wird sicher nicht nur den alten Fans gefallen. Es sieht verdammt gut aus und es spielt sich gut.

Im Anschluss hatte ich noch ein schönes Gespräch mit Andreas Koch und vielen Fans aus der Battlefield Szene. Ich danke euch für die Einladung und den herzlichen

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