Die beiden Begriffe “Gewalt” und “Realismus” werden immer häufiger in einem Kontext genannt. Doch geschieht das auch zu Recht? Ist ein Spiel realistischer nur weil dort die Gewaltdarstellung erhöht wird? Viele Entwickler denken und handeln in diese Richtung. Doch es ist leider die falsche Richtung wie wir finden.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird uns in Deutschland auch bei CoD: BlackOps eine geschnittene Version zur Verfügung stehen. Ähnlich wie bei CoD: World at War wird die USK die Schere ansetzen, bzw. den Entwickler dazu veranlassen. Vergleicht man die beiden Modern Warfare Teile mit World at War und den bisher gezeigten Szenen von BlackOps, fragt man sich ob Treyarch nicht anders kann. Denn schon bei der uncut Version von World at War wurde auf “Blood and Gore” Effekte gesetzt, die einen auch in der uncut Version von BlackOps erwarten werden, teilweise noch deutlicher.
Sowas erwartet einen auch in der uncut Version von BlackOps
Man möchte uns halt die “Brutalität und Grausamkeit des Krieges” zeigen, so Community Manager Josh Olin bei einem Interview mit der englischen Internetseite gamerzines.com. “Wir werden davor nicht zurück schrecken”, so Olin weiter. Bei der Frage ob eine derart kontroverse Szene wie das Level “Kein Russisch” aus ModernWarfare 2 auch in BlackOps enthalten sein wird, anwortete Josh Olin: „Kontrovers ist so ein subjektiver Begriff“. [Anmerk. des Redakteurs: Hat da der Josh ein paar mal zu oft Kopfstand mit Hank geübt?]
Die kontroverse Flughafenmission aus Modern Warfare 2
Die Gewalt sei da um die Story zu unterstützen und Emotionen bei den Spielern zu erzeugen. Laut Olin seien Authentizität und Realismus sehr wichtig, damit sich der Spieler auch richtig in das Geschehen hineingezogen fühlt. Da ist nur das Problem, das BlackOps soviel mit Realismus gemeinsam hat, wie eine Jauchegrube mit guten Geruch.
Die Konkurrenz macht es aber auch nicht besser. EA wirbt damit das sie bei der Entwicklung von ehemaligen Elitesoldaten beraten werden, doch schaut man sich das Video mit dem Kampf-Helikopter an, bei der man im Spiel als Bordschütze fungiert, sieht man davon recht wenig. Mehr als stumpfes abballern von angeblichen Taliban-Soldaten erwartet einen nicht und das dass gesamte Dorf nur aus Taliban-Kämpfern besteht…Jauchegrube halt.
Gerade in den Zeiten wo die Spiele grafisch immer besser werden, sollte es möglich sein die Technik zu nutzen um mehr aus einer Story zu machen und dem Spiel mehr Tiefe zu verleihen. Weniger “Blood and Gore” und mehr packende Einsätze mit mehr Spieltiefe wie bei den ersten Call of Duty-Teilen. Doch leider haben die Entwickler und Publisher nichts gelernt. Überzogene Gewaltinhalte, wie die Geschmacklose Flughafenmission aus ModernWarfare 2, sorgen für Aufmerksamkeit. Gut für die Verkaufszahlen – schlecht für die Entwicklung des Genres. Doch auch die gesellschaftliche Akzeptanz leidet darunter und wirft ein schlechtes Licht auf die Computerspiele.
Lesezeichen